Stadtplanung
Bürger und Politiker bevorzugen transparente Dachkonstruktion
ZORA für den Düsseldorfer Platz
Ratingen. Der Düsseldorfer Platz wird zur „ZORA“. So heißt der Planentwurf der Arbeitsgemeinschaft WBP/pbr (Bochum), der sowohl bei der Kommunalpolitik als auch bei den Ratinger Bürgern den größten Anklang fand. Auffälligster Bestandteil des Entwurfs ist ein elegant geschwungenes, transparentes Dach, das den kompletten Haltestellenbereich überspannt. Insgesamt 246 Bürger hatten sich an der umfangreichen Meinungsumfrage der Stadt beteiligt, 168 online, weitere 78 per Fragebogen aus der Ausstellung im Rathausfoyer. Der vom Rat eingesetzte Arbeitskreis „Düsseldorfer Platz“, der sich in der vorigen Woche in einer ganztägigen Sitzung mit den drei eingereichten Entwürfen beschäftigt hatte, favorisiert ebenfalls ZORA. Am heutigen Donnerstag gibt es eine weitere interfraktionelle Sitzung, bevor die Dinge ihren förmlichen Lauf durch die Gremien nehmen. Möglichst noch vor der Sommerpause soll der Rat entscheiden.

Die Bürgerbeteiligung an der Meinungsumfrage ist durchaus beachtlich. Nicht so sehr wegen der schieren Zahl, sondern wegen des hohen zeitlichen Aufwandes, der nötig ist, um sich ein Bild von den vorgestellten Entwürfen zu machen. Gleichwohl ist die Befragung natürlich in keiner Weise repräsentativ. Das Ergebnis wäre, selbst wenn es eindeutiger wäre, nicht signifikant. Es ist aber auch nicht eindeutig. So liegt das Freiraum- und Gestaltungskonzept ZORA online zwar mit 38 Prozent vorn, bei den Papierfragebögen aber mit nur 10 Prozent Zustimmung hinten.

Das Haltestellendach allein stieß zumindest online auf noch größere Zustimmung (45 Prozent). Und dieser Bereich der Planung war es auch, auf den sich die aktuelle Beratung konzentrierte. Denn der ÖPNV-funktionale Umbau des Düsseldorfer Platzes soll schon in Kürze gemeinsam mit der Rheinbahn in Angriff genommen werden. Die weiteren Elemente der Planung (Zugang zur Stadt, Rückseite Polizeiwache, weitere Umgebung wie Hertiehaus usw.) haben noch Zeit bzw. hängen von einigen heute noch unsicheren Faktoren ab. Wann wird zum Beispiel die Polizei umziehen? Was wird aus diesem Gebäude?

Wie geht es mit dem Hertiehaus weiter? Gibt es nach dem Auszug von C&A im nächsten Jahr endlich die Chance auf eine grundlegende Neuplanung? ZORA enthält auch dafür interessante Denkansätze, zum Beispiel seniorengerechten Wohnungsbau an der heutigen Straßenbahnschleife, wodurch die Hintertür der Häuser an der Düsseldorfer Straße zur Schokoladenseite werden könnte.

Bleibt eigentlich nur noch die Frage, warum der Entwurf ZORA heißt. Die Buchstabenfolge RA ist klar, sie steht für Ratingen. Auf die Lösung für ZO muss man dagegen nicht kommen. Die beiden Buchstaben kürzen ZOB ab, was wiederum selbst eine Abkürzung ist, und zwar für den poetischen Begriff „Zentraler Omnibusbahnhof“. Und da beginnt man zu ahnen, warum die Leute von der AG WBP/pbr Planer und nicht Dichter geworden sind.
Genauere Informationen gibt es unter www.ratingen.de in der Rubrik „Umwelt, Planen, Bauen, Wohnen“. es



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